Schutz vor Schweißrauch-Erkrankungen
G 39 Schweißen – Betriebsmedizinische Eignungsprüfung
Pflichtvorsorge nach ArbMedVV mit Lungenfunktion und Röntgen (E STM)
Das wichtigste vorab
Die G 39 Untersuchung im Überblick
Die G 39 Untersuchung schützt Schweißer und Metallarbeiter vor chronischen Lungenschäden, Bronchitis (Atemwegsentzündung) und Lungenfibrose (Narbenbildung in der Lunge). Sie ist Pflichtvorsorge bei beruflicher Schweißrauch-Exposition und basiert auf Lungenfunktionsprüfung, Röntgen der Lunge und allgemeiner Befragung. Munich Prevent führt spezialisierte G 39 Untersuchungen mit moderner Bildgebung durch.
Inhaltsverzeichnis
Risiken bei Schweißrauch-Exposition
Schweißrauch ist ein Gemisch aus Metalloxiden, Fluoriden und anderen feinen Partikeln, die hauptsächlich durch Einatmung aufgenommen werden:
- Chronische Bronchitis (Atemwegentzündung): Dauerhafter Husten, Auswurf (Ausspucken von Schleim), Atemwegsreizung
- Obstruktive Lungenerkrankung (COPD, Raucherlunge): Irreversible Atemwegsverengung bei Langzeitexposition – mit der Zeit wird es immer schwerer zu atmen
- Pneumokoniose (Stahldreher-Lunge, Siderose): Ansammlung von Metallpartikeln in der Lunge mit Narbenbildung und Funktionsverlust
- Lungenfibrose: Progressive (zunehmende) Narbenbildung in der Lunge, oft spät erkannt, weil Symptome erst später auftreten
- Schweißer-Fieber (Metal-Fume-Fieber): Akutes Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerz nach intensiver Schweißrauch-Exposition (meist harmlos und selbstlimitierend, geht vorbei)
- Manganismus: Neurotoxisches Syndrom bei Manganexposition (Tremor, Rigor, Parkinson-ähnlich)
- Nierenschaden: Fluoride im Schweißrauch können Nierenfunktion beeinträchtigen
Typische Einsatzbereiche:
- Schweißerei und Kundenmetallbearbeitung
- Metallbau (Stahlkonstruktionen, Brückenbau)
- Schiffsbau und Reparatur
- Kfz-Reparatur und Karosseriebau
- Rohrleitungsbau
- Kesselreparatur und Dampfkesselherstellung
- Flugzeugbau und Reparatur
- Schlosserei und Handwerk
Komponenten der G 39 Untersuchung
Die G 39 Untersuchung umfasst:
- Ausführliche Anamnese: Wie lange schweißen Sie? Welche Schweißmethoden nutzen Sie (Elektrodenschweißen E-Hand, MIG Schutzgas, TIG Wolfram)? Husten, Auswurf, Kusten bei Belastung? Fieberschübe nach Arbeit? Kopfschmerzen, Schwindel? Frühere Lungenkrankheiten? Rauchen Sie?
- Körperliche Untersuchung: Lungenauscultat (Abhören mit Stethoskop), Blutdruckmessung, neurologische Basis-Untersuchung (Reflexe, Kraft, Gleichgewicht)
- Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie – Sie blasen in ein Messgerät): Messwerte FEV1, FVC, FEV1/FVC-Quotient zur Früherkennung von Atemwegsverengung oder Luftnot
- Röntgen-Thorax (Lunge): Hochformat-Aufnahme zur Erkennung von Metallablagerungen in der Lunge, Narbenbildung, Pleuraverdicktung (Lungenfellverdickung) oder anderen Lungenveränderungen
- Blutuntersuchung: Vollständiges Blutbild, Nierenfunktionsparameter (Kreatinin, eGFR) zur Kontrolle auf Fluorid-induzierte Schäden
- Manganbestimmung im Blut oder Urin: Optional bei V.a. Manganexposition
Gesamtdauer: 45–60 Minuten – überwiegend schmerzfrei
Pflichtvorsorge nach ArbMedVV
Die G 39 ist Pflichtvorsorge nach ArbMedVV bei beruflicher Exposition gegenüber Schweißrauch mit Metalloxiden und Fluoriden oberhalb bestimmter Expositionsgrenzen. Die Untersuchung muss vor Aufnahme durchgeführt werden und wird dann regelmäßig wiederholt (jährlich oder alle zwei Jahre je nach wie intensiv Sie exponiert sind). Nach Ende der Schweißarbeiten ist Nachverfolgung notwendig.
Kurz gesagt: Röntgen-Befunde von Metallablagerungen oder Narbenbildung können bedeuten, dass Sie an andere Arbeiten versetzt werden. Wenn Ihre Lungenfunktion stark abgenommen hat, können Schweißarbeiten nicht mehr möglich sein.
- Latenzzeit: Lungenschäden entwickeln sich schleichend über Jahrzehnte
- Rauchen: Erhöht Risiko für COPD und Lungenfibrose deutlich
- Schutzmaßnahmen: Absaugung an der Quelle, lokale Ansaugung, Schutzgas-Verfahren reduzieren Exposition
- Baseline-Röntgen: Erste Untersuchung dient als Vergleichsmessstab für Folgeuntersuchungen
- Nierenfunktion: Fluoride können chronisch akkumulieren; regelmäßige Nieren-Kontrolle wichtig
- Metal-Fume-Fieber: Akut-zackiges Fieber nach schweißintensiven Tagen; meist harmlos, aber Expositionsreduktion sinnvoll
- Schweißarbeiten im Freien: Besser wegen besserer Belüftung, aber auch dort ist Vorsorge erforderlich
FAQ - Häufige Fragen
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Rauchen erhöht das Lungenkrebsrisiko und die Gefahr für irreversible Lungenschäden dramatisch – besonders zusammen mit Schweißrauch. Rauchen aufzugeben ist dringend empfohlen. Schweißarbeiten selbst können mit guter Lüftung, Schutzausrüstung und Pausen weitergehen.
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Das ist eine Ansammlung von Metallpartikeln in der Lunge – wie Staub, der sich am Lungengewebe einlagert. Frühe Stadien verursachen oft keine Symptome, daher ist das Röntgen so wichtig. Sie brauchen regelmäßige Wiederholungsaufnahmen, um zu sehen, ob es fortschreitet.
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Mindestens jährlich oder zweijährlich je nach Expositionshöhe. Bei auffälligen Befunden häufiger.
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Das hängt vom Ausmaß ab. Der Betriebsarzt wird basierend auf FEV1-Wert und Symptomatik entscheiden.
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Das ist akutes Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerz, die nach intensiver Schweißrauch-Exposition auftreten – oft abends oder nachts nach einem anstrengenden Schweißtag. Meist geht es vorbei (selbstlimitierend), aber Sie sollten es vermeiden: bessere Lüftung und Pausen helfen.
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Der Arbeitgeber trägt die Kosten. Für Sie kostenlos.
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