Betriebsmedizinische Leistungen
E NOS Untersuchung: Natürliche Optische Strahlung
Neueste Vorsorgeuntersuchung für Sonnenstrahlung und UV-Exposition (E NOS)
Das wichtigste vorab
Die E NOS Untersuchung ist eine relativ neue Vorsorgeuntersuchung für Beschäftigte mit hoher Sonnenexposition (starke UV-Strahlung). Sie gilt für Dachdecker, Bauarbeiter, Straßenbauer und Gärtner. Die Untersuchung erkennt frühzeitig UV-bedingte Hautschäden (Veränderungen, die Krebs werden könnten) und reduziert das Hautkrebsrisiko durch Früherkennung – je früher verdächtige Veränderungen erkannt werden, desto besser können sie behandelt werden.
Inhaltsverzeichnis
Sonnenschutz und Hautkrebsprävention
Die E NOS Untersuchung (seit September 2024 eingeführt) ist ein Angebot für Beschäftigte mit wiederholter und bedeutsamer Sonnenexposition (lange Zeit oder regelmäßig draußen). Sie basiert auf den Erkenntnissen der Arbeitsmedizinischen Regel 13.3 (AMR 13.3: offizielle Richtlinien zum UV-Schutz am Arbeitsplatz) und wird primär zur Früherkennung von Hautveränderungen angeboten. Im Gegensatz zu Pflichtuntersuchungen ist die E NOS eine Angebotsuntersuchung – das heißt, der Arbeitgeber muss sie anbieten, Sie können aber selbst entscheiden.
Typische Einsatzbereiche:
- Dachdeckerarbeiten und Baustellenarbeiten
- Straßenbau und Tiefbauarbeiten
- Gartenbau, Gärtner und Landschaftsbau
- Außenarbeiten in Kommunal- und Facility-Management
- Landwirtschaft und Forstwirtschaft mit Außentätigkeit
Was wird untersucht?
- Dermatologische Anamnese: Der Arzt fragt nach Ihrer persönlichen und familiären UV-Exposition (haben Ihre Eltern/Großeltern Hautkrebs gehabt?), frühere Sonnenbrände, bestehende Pigmentflecken (Leberflecken)
- Gesamtkörper-Hautuntersuchung (schmerzfrei): Systematische Screening-Untersuchung Ihrer gesamten Haut – alle Hautareale werden überprüft, auch zwischen den Zehen, auf der Kopfhaut, überall
- Spezifische Läsionsanalyse: ABCD-Regel zur Bewertung verdächtiger Pigmentflecken (Asymmetrie, unregelmäßige Ränder, mehrere Farben, Durchmesser > 5 mm = verdächtig)
- Augen-Untersuchung: Prüfung auf Pterygium (gelbliche Wucherung am Auge) und UV-bedingte Augenveränderungen
- Dermatoskopie (optional, wenn verdächtig): Feindiagnose mit einem speziellen Vergrößerungssystem, um verdächtige Läsionen genauer zu untersuchen
- Dokumentation: Fotodokumentation von bestimmten Läsionen zur Verlaufskontrolle – so können Sie und der Arzt Veränderungen später verfolgen
Dauer: ca. 30-45 Minuten
Kurz gesagt: Der Arzt fragt Sie gründlich, untersucht Ihre gesamte Haut auf verdächtige Flecken (völlig schmerzfrei), und dokumentiert verdächtige Stellen mit Fotos, um Veränderungen später zu erkennen.
Rechtliche Grundlage
Die E NOS ist eine Angebotsuntersuchung nach ArbMedVV (deutsches Arbeitsschutzgesetz), nicht verpflichtend – der Arbeitgeber muss sie anbieten, Sie können aber frei entscheiden. Einfach gesagt: Sie wird angeboten für Beschäftigte, deren Tätigkeiten wiederholte oder längere Sonnenexposition beinhalten (Dachdecker, Bauarbeiter, Gärtner, etc.). Die Berufsgenossenschaften und Arbeitgeber können die Untersuchung empfehlen – und sollten das auch tun, weil Früherkennung von Hautkrebs sehr wichtig ist. Nachuntersuchungen erfolgen in Abständen von 2–3 Jahren, oder früher, wenn verdächtige Hautveränderungen gefunden wurden.
Zusätzlich wissenswert
- Die E NOS ist zur Früherkennung von Hautkrebs entscheidend – je früher der Krebs erkannt wird, desto besser die Heilungsprognose und desto einfacher die Behandlung
- Beschäftigte mit atypischen Nävi (dysplastischen Muttermalen: Leberflecken mit unregelmäßigen Grenzen und mehreren Farben) benötigen häufigere Nachuntersuchungen – mindestens jährlich
- Sonnenschutz am Arbeitsplatz (Sonnencreme, UV-schützende Kleidung, Hut, Zeitmanagement: weniger in der intensivsten Mittagssonne arbeiten) ist mindestens genauso wichtig wie die Untersuchung allein – Prävention ist besser als Behandlung
- Personen mit Hauttyp I (sehr hellhäutig, rötliche Haare, Sommersprossen) haben erhöhtes Hautkrebsrisiko auch bei normaler Exposition – diese Menschen sollten besonders vorsichtig sein
FAQ - Häufige Fragen
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Das hängt vom Arbeitgeber und der zuständigen Berufsgenossenschaft (BG) ab. In vielen Fällen wird sie von der BG übernommen – fragen Sie einfach bei Ihrem Arbeitgeber oder direkt bei der BG nach, wer die Kosten trägt. Für Sie sollte es kostenlos sein.
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Die Untersuchung wird angeboten, wenn Sie regelmäßig viel in der Sonne arbeiten. Eine erste Untersuchung ist jederzeit sinnvoll, egal wie lange Sie schon in Ihrem Job sind. Danach alle 2–3 Jahre, wenn keine verdächtigen Befunde vorhanden sind. Bei verdächtigen Befunden kommt die nächste Untersuchung früher.
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Ein dysplastisches Muttermal (auch atypisches Nävus genannt) ist ein Pigmentfleck mit unregelmäßigen Grenzen und mehreren verschiedenen Farben – oft ungleichmäßig gefärbt. Diese Muttermale haben ein erhöhtes Melanom-Risiko (Hautkrebs-Risiko) und benötigen häufigere Kontrollen, idealerweise jährlich.
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Die Untersuchung identifiziert tatsächliche, echte Hautveränderungen – nicht Dinge, die gar nicht da sind. Das Ziel ist Früherkennung, bevor verdächtige Flecken zu Krebs werden – dies ist wirksame Prävention und nicht zu viel der Guten.
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Ja, Hautärzte und Dermatologen bieten Hautkrebs-Screenings auch privat an, wenn Sie nicht warten möchten. Dies wird nicht von der Berufsgenossenschaft erstattet, kann aber sinnvoll sein – sprechen Sie mit einem Hautarzt.
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