Betriebsmedizinische Leistungen

G 32 Untersuchung: Cadmium-Vorsorge

Vorsorgeuntersuchung für nephrotoxisches und krebserregendes Cadmium (E CAD)

Das wichtigste vorab

Die G 32 Untersuchung schützt Beschäftigte vor den nephrotoxischen (nierenschädigend) und karzinogenen (krebserregend) Effekten von Cadmium. Beschäftigte in Batteriefertigung, Pigmentherstellung und Legierungsproduktion sind exponiert. Cadmium akkumuliert (sammelt sich an) in der Niere und verursacht chronische Nierenerkrankung. Die regelmäßige Urin- und Blutuntersuchung überwacht die Nierenfunktion.

Inhaltsverzeichnis

Cadmium-Toxizität und Organschäden

Die G 32 Untersuchung (E CAD) ist eine spezialisierte Vorsorgeuntersuchung für Beschäftigte mit beruflicher Cadmiumexposition. Cadmium ist ein Kategorie-1A-Karzinogen (krebserregende Substanz der höchsten Warnstufe) und eine nephrotoxische Substanz (giftig für die Nieren). Nach Aufnahme in den Körper lagert sich Cadmium mit einer biologischen Halbwertszeit von 15–20 Jahren in der Niere ein. Chronische Exposition führt zu Tubulusnekrose (Schädigung der feinen Nierenkanäle), Proteinurie (Eiweiß im Urin als Zeichen von Nierenschaden) und progressivem Nierenfunktionsverlust (schleichend abnehmender Nierenfunktion).

Typische Einsatzbereiche:

  • Batteriefertigung (Nickel-Cadmium-Akkumulatoren)
  • Pigmentherstellung und -verarbeitung
  • Legierungen und Metallurgie
  • Galvano- und Oberflächentechnik
  • PVC-Stabilisator-Produktion

Was wird untersucht?

  • Urin-Cadmium: 24-Stunden-Sammelurin (Sie sammeln 24 Stunden lang Ihren Urin ein) – biologischer Langzeit-Expositionsmarker zeigt, wie viel Cadmium in Ihrem Körper gespeichert ist
  • Serum-Cadmium: Aktuelle Blutuntersuchung zur Abschätzung der gegenwärtigen Belastung
  • Urin-ß2-Mikroglobulin: Ein Eiweiß im Urin, das Schäden an den Nierenkanälchen anzeigt
  • Kreatinin und GFR (Glomerulare Filtrationsrate): Bluttests zur Überprüfung, wie gut Ihre Nieren funktionieren (Früherkennung von Niereninsuffizienz)
  • Blutdruck: Messung zur Überprüfung auf Bluthochdruck als mögliche Folgeerkrankung
  • Lungenfunktion (optional): Atemtest (Sie blasen in ein Messgerät), falls Sie das Cadmium eingeatmet haben

Dauer: ca. 40 Minuten – eine schmerzfreie, ambulante Untersuchung

Rechtliche Grundlage

Die G 32 basiert auf der ArbMedVV (Arbeitsmedizinische Vorsorge-Verordnung) und ist eine Pflichtuntersuchung für Beschäftigte mit beruflicher Cadmiumexposition. Die Untersuchung muss vor Tätigkeitsaufnahme erfolgen und wird mindestens jährlich wiederholt. Biologische Grenzwerte (Richtwerte für zulässige Cadmium-Konzentrationen im Körper) sind in der TRGS 900 definiert.

Kurz gesagt: Ihr Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, Sie vor Cadmiumaufnahme geschützt einzuarbeiten und regelmäßig zu untersuchen. Sie zahlen nichts – das ist Sache des Arbeitgebers.

Zusätzlich wissenswert

  • Cadmium lagert sich hauptsächlich in der Niere ein – Nierenschäden sind das Hauptproblem
  • Proteinurie kann das erste Zeichen einer Nierenbelastung sein
  • Hypertonie ist eine häufige Folgeerkrankung von chronischer Cadmium-Exposition
  • Lungenkrebs ist ein weiteres Risiko bei inhalativer Exposition

FAQ - Häufige Fragen

  • Die Untersuchung ist vor Tätigkeitsaufnahme Pflicht. Danach erfolgt eine Nachuntersuchung mindestens jährlich. Bei abnormalen Befunden können häufigere Kontrollen erforderlich sein.

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