Arbeiten mit Absturzgefahr

G 41 Untersuchung – Arbeiten mit Absturzgefahr

G 41 – Arbeiten mit Absturzgefahr als Eignungsuntersuchung (E ABS)

G 41 Untersuchung

Das wichtigste vorab

Die G 41 prüft Ihre körperliche und neurologische Eignung für Arbeiten in der Höhe. Wer auf Dächern, in Gerüsten oder Masten arbeitet, muss stabil im Gleichgewicht sein und darf keine Erkrankungen haben, die Schwindel oder Bewusstseinsverlust auslösen können. Die G 41 überprüft dies durch Gleichgewichtstests, Seh- und Hörtests sowie ein EKG (Herzuntersuchung).

Inhaltsverzeichnis

Warum die G 41 Untersuchung wichtig ist

Ein kurzer Gleichgewichtsverlust oder ein Schwindelanfall in der Höhe kann katastrophale oder tödliche Folgen haben. Die G 41 – auch E ABS (Eignung Absturzgefährdung) genannt – prüft systematisch, wer diese kritischen Tätigkeiten sicher ausüben kann. Für den Arbeitgeber ist sie oft eine gesetzliche Pflicht, für Sie als Beschäftigter ist sie ein wichtiger Schutz – sowohl Sie als auch Ihre Kollegen bleiben sicher.

Typische Einsatzbereiche:

  • Dachdecker und Dacharbeiter, Reparatur und Neubau
  • Gerüstbauer und Montagepersonal
  • Industriekletterer, Höhenarbeiter, Abseilarbeiten
  • Monteure von Windkraftanlagen, Wartung in der Höhe
  • Mobilfunkmasten und Funkmast-Arbeiter
  • Fassadenarbeiter, Fensterreiniger, Balkonarbeiten
  • Feuerwehrleute und Rettungsfachkräfte mit Höheneinsätzen

Auch Arbeitstätigkeiten auf Leitern, Laufstegen oder ungesicherten Kanten über Absturzgefahr sind eingeschlossen.

Was wird bei der G 41 Untersuchung untersucht?

Die Untersuchung konzentriert sich auf Faktoren, die Stürze in der Höhe verursachen können – schmerzfrei und methodisch:

  • Gleichgewichtsprüfung (das Wichtigste!): Unter standardisierten Bedingungen wird Ihre Standsicherheit und Koordination überprüft – z.B. auf einem Bein stehen, Gehen auf einer Linie, einfache Koordinationstests. Das ist das Herzstück der G 41
  • Neurologische Untersuchung: Motorik (Kraft, Beweglichkeit), Reflexe und Sinnesfunktionen werden geprüft
  • Sehtest: Sehschärfe, räumliches Sehen (wichtig für Tiefenwahrnehmung in der Höhe), Farbsehtüchtigkeit und Gesichtsfeld
  • Hörtest: Überprüfung des Hörvermögens, um Warnsignale wahrnehmen zu können
  • Blutdruckmessung und Pulskontrolle: Überprüfung auf Bluthochdruck oder abnorme Herzfrequenz
  • Ruhe-EKG: Wird grundsätzlich durchgeführt, besonders wichtig zur Erkennung von Herzrhythmusstörungen
  • Belastungs-EKG: Ab dem 40. Lebensjahr oder bei verdächtigen Befunden – Sie treten auf einem Fahrrad oder gehen auf einem Laufband, während das Herz überwacht wird
  • Urinuntersuchung: Standardmäßige Urinprobe
  • Medizinische Befragung (Anamnese): Fragen zu Schwindel, Kopfschmerzen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Medikamenten, psychischen Belastungen

Die Untersuchung dauert in der Regel 20 bis 40 Minuten, je nach notwendigen Zusatzuntersuchungen.

Erforderlichkeit und rechtliche Grundlage

Die G 41 ist eine Eignungsuntersuchung nach DGUV Empfehlung G 41 (Richtlinie der Unfallversicherung). Sie wird zur Pflicht, wenn:

  • Betriebliche Regelungen dies vorsehen (Betriebsvereinbarungen, Arbeitsverträge schreiben das vor)
  • DGUV Unfallverhütungsvorschriften greifen (z.B. DGUV Vorschrift 1, die für Unfallprävention gilt)
  • Berufsgenossenschaftliche Regelungen fordern das (je nach Ihrer Branche – Dachdecker, Baugewerbe, etc.)
  • Kurz gesagt – Schweigepflicht: Der Betriebsarzt unterliegt der Schweigepflicht. Ihr Arbeitgeber erfährt nur: „tauglich” oder „nicht tauglich” für Höhenarbeit. Medizinische Details bleiben privat.

Was zusätzlich wissenswert ist

  • Die Gleichgewichtsprüfung ist das Herzstück und wird unter standardisierten, reproduzierbaren Bedingungen durchgeführt
  • Brillen und Kontaktlinsen sind erlaubt und müssen mitgebracht werden
  • Bestimmte Medikamente (Blutdrucksenker, Antikonvulsiva) können das Ergebnis beeinflussen – dem Arzt mitteilen
  • Die Untersuchung muss an einem guten körperlichen Tag erfolgen – akute Infekte oder Kopfschmerzen verfälschen das Ergebnis
  • Die Gültigkeitsdauer beträgt meist 2–3 Jahre, je nach Alter und Befund

FAQ - Häufige Fragen

  • Alle, die in der Höhe arbeiten oder mit Absturzgefahr beschäftigt sind – Dachdecker, Gerüstbauer, Höhenarbeiter, Kranfahrer in großen Höhen, Windkraft-Monteure und andere. Der Arbeitgeber entscheidet, ob die G 41 Vorsorge oder Pflicht ist.

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