Atemschutzgeräte

G 26 Untersuchung – Atemschutzgeräte

G 26 – Atemschutzgeräte als Vorsorge und Eignungsuntersuchung (E ASG) in drei Leistungsstufen

G 26 Untersuchung

Das wichtigste vorab

Die G 26 ist eine Pflichtvorsorge für alle, die Atemschutzgeräte tragen. Sie überprüft Ihre Lungenfunktion, wie gut Ihr Herz-Kreislauf-System belastbar ist und ob Sie psychisch stabil sind, wenn Sie schlecht atmen können. Die G 26 hat drei Stufen: G 26.1 (leichte Geräte bis 3 kg), G 26.2 (mittlere bis 5 kg) und G 26.3 (schwere Geräte und Atemluft-Geräte). Die Untersuchung ist gründlich und dauert 30–60 Minuten.

Inhaltsverzeichnis

Warum die G 26 Untersuchung wichtig ist

Atemschutzgeräte belasten Ihren Körper enorm: Das Atmen fällt schwerer, Ihr Herz schlägt schneller, Sie sehen weniger. Wer damit arbeitet – Feuerwehr, Chemiebetriebe, Lackierer – braucht eine wirklich gesunde Lunge und ein stabiles Herz. Auch die Psyche ist entscheidend: Klaustrophobiegefühle oder Angststörungen unter Atemschutz sind lebensgefährlich – Sie könnten in Panik geraten.

Die G 26 – auch E ASG (Eignung Atemschutzgeräte) genannt – prüft systematisch, wer körperlich und psychisch fit für diese extreme Belastung ist. Sie ist für Arbeitgeber Pflicht und der beste Schutz für Sie.

Typische Einsatzbereiche:

  • Feuerwehr, Einsatzpersonal und Spezialeinsätze
  • Chemische Industrie, Chemieparks und Chemiefabriken
  • Bergbau und Kalibergbau
  • Lackierer und Sprayer, Arbeiten mit organischen Dämpfen
  • Asbest- und Sanierungsarbeiten
  • Laboreinrichtungen, Forschung mit gefährlichen Stoffen
  • Abwasserbehandlung und Entsorgungsbetriebe
  • Windkraftanlagen-Wartung mit Schutzausrüstung

Die drei Stufen berücksichtigen unterschiedliche Lasten: G 26.1 für leichte Geräte (bis 3 kg), G 26.2 für mittlere (bis 5 kg), G 26.3 für schwere und Pressluftatmer (über 5 kg). Je schwerer, desto intensiver ist die medizinische Prüfung.

Was wird bei der G 26 Untersuchung untersucht?

Die G 26 ist sehr gründlich und umfangreich. Je nach Leistungsstufe dauert sie 30–60 Minuten:

  • Anamnese: Fragen zu Lungenkrankheiten, Herzerkrankungen, psychischen Problemen, Medikamente, Rauchen – alles was die Atemschutz-Eignung beeinflussen könnte
  • Lungenfunktionstests (Spirometrie): Sie pusten in ein Messgerät – misst wie viel Luft Sie einatmen können und wie schnell Sie ausatmen (mindestens 80% des normalen Wertes erforderlich); bei G 26.3 zusätzlich Messung der Sauerstoff-Diffusion in der Lunge
  • Ruhe-EKG: Bei allen Stufen Standard – ein Ruhe-Elektrokardiogramm, schmerzlos
  • Belastungs-EKG: Bei G 26.2 und G 26.3 Pflicht – Elektrokardiogramm während leichtem Fahrrad-Training, zeigt ob Ihr Herz unter Belastung okay ist
  • Blutuntersuchungen: Großes Blutbild, Leber- und Nierenwerte, Elektrolyte (Natrium, Kalium), Zucker, Cholesterin
  • Sehtest: Scharfsehen in der Nähe und Ferne, Farbsehen (können Sie Ampeln sehen?)
  • Hörtest (Tonaudiometrie): Mit Kopfhörern – Überprüfung des Hörvermögens, schmerzlos
  • Urinanalyse: Routine-Test auf Nieren- und Stoffwechsel-Probleme
  • Neurologische Untersuchung: Prüfung der Nervenfunktion – wichtig um Schwindel oder Koordinationsprobleme auszuschließen

Die Gültigkeit beträgt in der Regel 2 Jahre. Danach ist eine Wiederholungsuntersuchung erforderlich.

Erforderlichkeit und rechtliche Grundlage

Die G 26 ist Pflichtvorsorge nach ArbMedVV Anhang Teil 4 – dies gilt immer, wenn Atemschutzgeräte getragen werden. Sie ist nicht optional. Weitere Grundlagen sind:

  • DGUV Empfehlung G 26
  • Berufsgenossenschaftliche Richtlinien (je nach Branche)
  • Feuerwehr-Dienstvorschriften (bei öffentlicher Feuerwehr)
  • Ärztliche Schweigepflicht: Der Arbeitgeber erfährt nur Eignung ja/nein. Alle medizinischen Details bleiben streng vertraulich

Was zusätzlich wissenswert ist

  • G 26.3 (Pressluftatmer) ist die strengste Kategorie und verlangt die umfassendste medizinische Prüfung
  • Raucher müssen mit ungünstigen Lungenfunktionsergebnissen rechnen – Rauchen ist ein Risiko
  • Alte Lungenverletzungen oder Narben können zu Nichteignung führen
  • Psychische Stabilität und Klaustrophobietoleration werden ernst genommen – Angst unter Atemschutz ist ausschließend
  • Die erste Untersuchung muss vor erstmaliger Aufnahme als Atemschutzgeräteträger erfolgen
  • Wiederholungen alle 2 Jahre erforderlich, früher bei Verdacht auf Gesundheitsverschlechterung
  • Die Kosten trägt der Arbeitgeber

FAQ - Häufige Fragen

  • G26.1 (bis 3 kg leicht) braucht nur Spirometrie und Ruhe-EKG. G26.2 (3–5 kg mittel) braucht zusätzlich Belastungs-EKG. G26.3 (über 5 kg schwer, Pressluftatmer) ist die umfassendste Prüfung mit erweiterten Lungentests – je schwerer das Gerät, desto strenger die Prüfung.

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